„Ein flämischer Borussen-Fanclub? Wie kommt man denn auf die Idee?“

Gründer Peter de Smet, Foto: Rupelborussen

Gründer Peter de Smet, Foto: Rupelborussen

Diese Frage wird mir oft gestellt, daher mache ich jetzt einfach mal einen Beitrag daraus. Meine Antwort lautet übrigens immer: „Weil sie sehr angenehme Menschen sind und den Fußball nicht so bierernst nehmen“.

Als gebürtige Dortmunderin lebe ich quasi mein Leben lang fußläufig in Stadionnähe. Mein Verhältnis zum Fußball ist nicht immer entspannt, denn manche Fans rauben einem den letzten Nerv: Sie pieseln in Hauseingänge und pöbeln nachts laut gröhlend auf dem Heimweg durch die Straßen.

Von der Parkplatzsituation will ich gar nicht erst sprechen

Trotzdem ließ ich mich vor ein paar Jahren zu einem Stadion-Besuch überreden. Ein langweiliges Unentschieden gegen Mainz, doch die Atmosphäre reichte, um bei mir einen bleibenden Eindruck zu hinterlassen – leuchtende Augen, gemischte Gefühle zwischen Begeisterung einerseits und Befremdlichkeit über das Verhalten mancher Stadionbesucher andererseits.

Mit Beginn der erfolgreichen Klopp-Ära gestaltete es sich schwierig, Tickets zu ergattern

So kam ich auf die Idee, einen passenden Fanclub zu suchen. Clubs und Vereine sind normalerweise überhaupt nicht mein Ding. Vereinsmeierei ist mir ein Graus. Doch über den Kontakt zu einem Schweizer Fanclub traf ich auf die „Rupelborussen“ (gesprochen Rüppelborussen) – ein belgischer Club, benannt nach der „Rupel„, einem kleinen Flüsschen in Flandern. In dieser Gegend lebt Gründer Peter mit seiner Familie. Was mich überzeugt hat: Die „Rüppels“ nehmen Fußball nicht zu ernst, sondern sportlich. Mal gewinnt man, verliert man.

Foto: Rupelborussen vor dem Dortmunder Stadion an der Strobelallee

Foto: Rupelborussen vor dem Dortmunder Stadion an der Strobelallee

Außerdem hat der, etwa zeitgleich mit meiner Leidenschaft zum BVB, im März 2011 gegründete Fanclub von Anfang einen hohen Frauenanteil (im Schnitt 30 bis 50 Prozent). Die Altersstruktur bewegt sich zwischen  7 bis 75 Jahren. Aktuell zählt der angenehm familiär geführte Fanclub 70 Mitglieder. Respektvolles Miteinander und das soziale Engagement machen die Gruppe aus. Dazu gehören Stadionführungen, alljährliche Treffen auf dem Dortmunder Weihnachtsmarkt oder im Sommer zum BBQ in Belgien. Wir sehen uns nicht sehr oft, dafür freuen wir uns um so mehr, wenn es wieder so weit ist.

Und was ich besonders zu schätzen weiß:

Dass mir momentan oft die Zeit für gemeinsame Heim- und Auswärtsspiele fehlt, wird mir nicht übel genommen.

Text: Annette Mertens

Fotos: Rupelborussen

 

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„Ein flämischer Borussen-Fanclub?“

62 Gedanken zu “„Ein flämischer Borussen-Fanclub?“

  1. Sympathischer kleiner Bericht. Und so sollte es ja auch sein, daß die Welt nicht untergeht, wenn der Verein mal verliert. Ist beim BVB ja eh nicht so oft der Fall…. Ich finde es stest trurig, wenn stramme Fans drei Tage Trauer tragen und ihre „Helden“ haken das Spiel ganz locker ab.

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  2. Ein feiner Bericht liebe Annette!!! Wenn da nur nicht diese Fussball-Hooligans wären, die es überall gibt. Übrigens Borussia ist mein Lieblingsklub, ich mag die gute Klubführung, die Trainer Klopp und Tuchel sowie die Spieler sehr. Sie sind irgendwie noch greifbar, nicht so elitär wie die Bayernstars.
    Wünsche dir eine gute Zeit. Ernst

    Gefällt 1 Person

  3. Toll – ein Fanclub der Fussball nicht so ernst nimmt. Respekt! Ich bin hier umringt von BVB Fahnen und Fans. 4 Familien-Haus und drei davon sind BVB Fans. Kannst Du Dir ja sicherlich vorstellen was hier manchmal lautstark zu vernehmen ist.
    Nicht, dass ich den BVB nicht mag. Aber für mich ist Fussball eben ein Spiel und wenn Borussia verloren hat, geht die Welt auch nicht unter.
    LbG Isi

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  4. Die Begeisterung für Fußball als Event kann ich teilen, die Begeisterung für den Sport geht mir seit Kindesbeinen ab.
    Trotzdem drücke ich meinen Hamburgern die Daumen, klar, gehört ja wohl so!
    Sehr sympathische Schilderung deines Vereins, Annette, die kann man mögen 🙂
    Liebe Grüße
    Christiane

    Gefällt 2 Personen

  5. Schoen, dass es auch noch solche Fanclubs gibt, liebe Annette. Apropos BVB: leider habe ich am Samstag das Spiel gegen den HSV nicht sehen koennen. Das Fernsehen hier hatte entschieden, Muenchen gegen Hoffrenheim live zu uebertragen. Als einziges Spiel. Normalerweise sind hier pro Wochenende 3 bis 4 Bundesligaspiele live zu sehen.
    Hab’s fein,
    Pit

    Gefällt 3 Personen

      • Das ist seit der vergangenen Saison der Fall, dass ausgewaehlte Bundesligaspiele hier live zu sehen sind. Hocherfreulich fuer mich! Champions‘ League und deutsche Nationalmannschaft werden auch uebertragen. Keine Freundschaftsspiele allerdings.
        Was den heutigen Tag angeht: so wichtig er auch ist, ich moechte nicht staendig die neuesten Nachrichten verfolgen, sondern das Ganze erst, wenn die Wahl (weitgehend) gelaufen ist. Bis dahin bin ich allerdings fuercherlich unruhig.
        Nochmal zum Fussball: ich darf mich dann hier als BVB-Fan outen.

        Gefällt 3 Personen

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