Bestimmt die Angst längst nur noch unser Leben?

Der gestrige rebloggte Beitrag von Sarah hat die Wellen hier sehr hoch schlagen lassen. Ich selbst habe mich komplett aus der Diskussion heraus gehalten und werde das auch weiterhin tun, denn um die Haltung für das eine oder das andere ging es kaum mehr. Es ging fast nur noch darum, zu beweisen, wer die vermeintlich stärkeren Argumente hat bzw. welche Studie glaubhafter zu sein scheint.

Sind wir Menschen wirklich so?

Geht es nur noch um Recht oder Unrecht? Schuld oder Unschuld? Schwarz oder Weiß? Wissen oder Nichtwissen? Richtige oder falsche Meinung? Wer legt fest, was richtig oder falsch ist?

Was mir die emotionalen Reaktionen deutlich zeigen, ist die große Angst. Angst, geliebte Menschen zu verlieren, Angst vor Leiden, Sterben und Tod.

Virologen, Mediziner oder andere Wissenschaftler haben sich hier nicht geäußert, sondern Menschen wie du und ich. Ich selbst habe bereits mehrere geliebte Menschen verloren und aktuell im engsten Freundeskreis Menschen, die zum gefährdeten Personenkreis gehören. Klar möchte ich sie schützen, ich möchte jedoch dabei einen klaren Kopf behalten. Angst ist mir dabei kein guter Berater. Angst blockiert. Angst macht uns zum erstarrten Kaninchen vor der Schlange. Lasst uns bitte nicht von der Angst beherrschen, denn dann verlieren wir unsere Menschlichkeit.

Was ist mit uns passiert, dass niemand mehr sterben darf?

Weshalb wollen wir ewig leben? Wollen wir das wirklich –  zu jedem Preis?

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Streetart im Dortmunder Kreuzviertel: „No hero“, Foto: Annette Mertens

Ich habe gestern Abend ein Interview gelesen, in dem eine betagte Frau in einem Pflegeheim zu Wort kommt. Sie hat seit Wochen keine sozialen Kontakte und lebt isoliert in ihrem Zimmer auf einer Pflegestation, darf nicht vor die Tür. Wer das Interview komplett lesen möchte, ich füge den Link hier ein:  “Corona ist mir egal”: Warum Helga Witt-Kronshage (86) lieber sterben will, als eingesperrt zu sein“

Vielen Dank für den gestrigen regen Austausch, der noch sehr in mir nachwirkt.

Ich wünsche euch allen einen angenehmen Sonntag, liebe Grüße, Annette

 

Lähmende Angst?

73 Gedanken zu “Lähmende Angst?

  1. Ich besaß mal einen Pudel, der sich ohne Halsband nicht wohlfühlte, obwohl ich ihn davon zu befreien versuchte. Es berührt mich unangenehm, wie so viele Menschen sich vom Maßnahmen-Staat führen lassen wollen – also eigentlich nie erwachsen geworden sind. Das war im 3.Reich nicht anders.
    Das einzig Gute am Maulkorb ist, daß man erkennt, wer Demokratie nur als Maske trägt. Ansonsten ist sie in den Tropen der schnellste Weg zum Hautausschlag.

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  2. Entschuldige, dass ich erst jetzt, verspätet auf dieses Posting gestossen bin. Aber es ist (leider) immer noch aktuell. Jetzt wird zwar nicht mehr ganz so viel über die Tragödien mit Corona berichtet, aber in den stationären Einrichtungen spielen sich diese vermehrt ab. Wie gestern ein Pflegeverantwortlicher im Radio sagte, fehlen meist 40.000.– Euro um für mehr Schutzkleidung zu sorgen, während Fußballheroen – die jetzt ja wieder spielen sollen – das Fünffache in der Woche verdienen. Sicher auch nicht ganz gerecht, eine solche Aussage. Aber Dramen hinter Wänden werden immer seltener gesehen. LG Michael

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  3. Angst ist kein guter Begleiter… aber vielleicht müssen wir unsere Angst erkennen, benennen, damit wir die Motive unseres Handelns/ Denken verstehen. Diese Angst kann verschiedene Formen haben (wirtschaftliche Existenzangst oder Angst um Personen…)
    Liebe Grüße. Priska

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  4. leider können nur sehr, sehr wenige Menscvhen sachlich und vernünftig diskutieren und auch handeln
    darum ist die Welt in diesem Zustand
    würde man alle Probleme rational angehen und vernünftig handhaben, könnte man sie fast alle lösen
    bei uns dringen auch alle auf Wiedereröffnung und wollen nicht zuhause bleiben, sie wollen sogar, dass alle im Sommer in den Urlaub fahren können
    das wird dann das Resultat haben, dass im Herbst dann wenn die Kinder wieder zur Schule gehen, wir Zustände haben, die schlimm er als in Enmgland und in den USA sind
    und dabei hätte das problem schnell gelöst sein können, wenn entweder in den Winterferien keiner in den Urlaub gefahren wäre oder wenn danach zumindest alle 4 Monate zuhause geblieben wären
    doch so wird es sicvh über Jahre hinziehen und eventuell sogar für immer ein Problem bleiben

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    • Eine extreme Situation, die wir alle so noch nicht erlebt haben. Da kochen die Emotionen hoch. Bedrohte Existenzen, deren Zahl sich momentan noch gar nicht genau erfassen lässt. Hier in unserem Viertel schließen die ersten Gastronomen ihre Cafés/Restaurants für immer, um sich nicht weiter verschulden zu müssen. Darunter sind auch gestandene, erfolgreiche Unternehmerinnen, die viele Jahre sehr gute Qualität geboten haben. Es tut weh, mit anzusehen, wie sie nun aufgeben müssen

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      • Ja, das ist wahr, es ist sehr tragisch. Bei uns ist das auch so, zumal wir schon öfter mal ganz von wieder vorn haben anfangen müssen, und das ist nie einfach.
        Doch Angst, wie ihr beide im unteren Kommentar ganz richtig sagt, ist kein guter Begleiter und auch nicht negative Emotionen und unverantwortliches Verhalten.
        Das Einzige, was uns hilft, ist verantwortungsvolles Verhalten und auch in der Öffentlichkeit positiv und beherrscht aufzutreten nund nicht andere zu unvernünftigem Denken oder Tun anzustiften.
        Wenn wir uns korrekt verhalten, ist der Spuk in 4 Monaten vorbei – das ist auch ökonomisch überschaubar. Aber wenn wir es nicht tun, wird es sich ewig hinziehen und das wird nicht nur vereinzelte Existenzen zerstören, sondern die ganze Wirtschaft und die ganze Rangordung in der Welt verändern. Die westliche Welt wird dann bankrott sein und wird von den Ländern gesteuert werden, die das Virus schnell und radikal bekämpft haben und von ein paar Milliardären natürlich, die auch noch das Sagen haben. Doch Ottonormalverbraucher wird dann gar nichts mehr zu melden haben und darf dann für internationale Niedriglöhne schuften, während alle Rechte, Menschenrechte inmklusive, schnell verschwinden.
        Jetzt hoffen natürlich alle auf eine Impfung und auf eine funktionierende Behandlung, doch was ist, wenn dabei letztendlich so etwas wie die Impfing gegen Gebährmutterhalskrebs herauskommt, die so giftig ist, dass die Leute eher daran erkranken und sterben als an der Krankheit selbst?
        Darum ist es so wichtig, dass wir uns zusammenreissen und lieber eine kurze Zeit in totaler Isolation überstehen, als das alles endlos hinauszuzögern und alles, was wir und unsere Vorfahren aufgebaut haben, leichtfertig zum Fenster hinauswerfen.
        Okay, es sind harte Zeiten, aber zum Glück nicht so schlimm, wie während der spanischen Grippe und des erstens Weltkrieges. Da war alles noch viel schlimmer und die Leute wussten noch nicht einmal, woran und warum sie starben. Man redete damals nur immer von Lungenentzündung und Schwindsucht ohne zu wissen, warum die Familienmitglieder wirklich starben. Heute haben wir doch viel mehr Chancen – und Komfort und können die Krise durchaus überwiunden, wenn wir uns nur optimal verhalten würden. Doch wenn nicht, dann wird es uns genauso ergehen wir beispielsweise meiner Uroma und meinen Grosseletern… die Wirtschaft wird völlig ruiniert sein, die Leute werden in grossen Mengen sterben und die Rangordnung wird sich wieder einmal völlig verändern.

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        • „Wenn wir uns korrekt verhalten, ist der Spuk in 4 Monaten vorbei“

          Da frage ich mich aber, wie denn das gehen soll? Sehe ich es falsch, oder ist dieser „Spuk“ nur dann vorbei, wenn so gut wie alle Menschen dagegen immun sind, entweder durch ueberstandene Infektion oder Impfung?
          Die „Immunisierung durch Ansteckung“ versuchen wir doch – und ich finde das absolut richtig – durch Minimierung von Kontakten so gut wie eben moeglich aus der Welt zu schaffen.
          Bleibt also noch die Impfung. Gehen wir mal davon aus, dass wirklich – was noch nicht sicher ist – ein wirklich wirksamer Impfstoff gefunden wird, wann sollen die Massen von Impfstoff produziert werden. Deutschland hat m.W. 83 Millionen Einwohner. Wie lange wuerde es dauern, auch nur fuer die Haelfte davon Impfstoffe zu produzieren. Und noch eine Rechnung: um diese „nur“ 40 Millionen wenigstens im Zeitraum eines Jahres zu impfen, muessten, wenn ich Mathe-Genie richtige gerechnet habe, fast 110.000 Menschen PRO TAG geimpft werden.
          Mein Fazit: wir werden uns damit abfinden muessen, dass uns dieser „Spuk“ noch auf Jahre hinaus begleiten wird, wenn nicht sogar fuer immer.

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          • Weder noch.
            Wir wussten bereits alle im Januar, wie erst die Sache war. Nicht nur hat die WHO uns gewarnt, auch matematisch ergab das Ganze keinen Sinn, man musste also von einer sehr hohen Dunkelziffer ausgehen und davon, dass es auf eine Art und Weise verbreitet wurde, die uns nicht bewusst war. Hätte man zu dem Zeitpunkt die Grenzen zugemacht, wäre vermutlich nichts passiert. We could have contained it.
            We could actually still contain it, if we did the same as the Chinese and the Portuguese did: if we enforced a proper lockdown and not such a half-hearted thing, as we are currently experiencing in many western countries.. This should on average take 4 months, depending on the size of the country and the numbers of infected people.
            Going for flock-immunity seems to be Plan B or C of some countries, however there’s no guarantee that this will work, since far too many people have by now been infected more than once, suggesting that one might not get immune from having had the disease.
            Plus what about all those who have preconditions? Is it really ethical to expect such a large number of people to die, just so that we can get rid of the disease?
            Vaccine? That might, might not work, we will have to see.
            A cure might be more realistic and right now there are two that so far look quite promising.
            I personally would rather put my faith in IV-Vitamin-C.
            There is however one thing that might change my mind completely: Some samples from Paris have just been analysed, with the result that the virus has apparently already been around in November 2019! If that really was the case, if more places in Europe and around the world find the same sort of evidence, this will rise quite a few questions:
            – How long has the virus be circulating?
            – Where does it originate from, is it really Wuhan, as we so far have assumed?
            – Have we perhaps all already been infected with it, without us knowing?
            Because more and more studies show that quite a few cases are asymptomatic, often more than 50% of them!
            If a large part of society has already been infected without knowing it and is indeed asymptomatic, then a lockdown makes no sense any more and we should reopen more or less everything because that just changes absolutely everything.
            But so far we’re here in Denmark, where I live, going for the lockdown in order to avoid any unnecessary suffering and death among the population. Both the Queen and the prime minister had initially been going for a complete lockdown. However there are others who are just concerned about their investments and who have other selfish concerns, so they’re trying to push them though – against the wishes and intentions of both the Queen and the prime minister. So we will have to see what sort of a compromise we eventually will have to live with until the second wave hits us in autumn.
            Was Deutschland betrifft, kann ich die Deutschen aber auch verstehen, die sich durch Vorschriften eingeengt fühlen, denn erst wurde ihnen die Schweinegrippe als
            wahnsinnig gefährlich verkauft, dann kam die Zwangeimpfung gegen die Masern, wobei gleichzeitig Schulpflicht besteht und die Eltern nicht mal Homeschooling als Alternative wählen können. Selbst am Anfang der COCID-19-Epedemie wurde noch gesagt, dass Masern ja wesentlich ansteckender seien… also wenn andauernd ohne Grund gerufen wird, „der Wolf ist da“, dann glauben die Leute es letztendlich auch nicht, wenn er wirklich kommt!
            Doch ich kann nur jedem raten, beschäftigt Euch mit der wissenschaftlichen Seite des Virusses! Dieses Virus ist nicht harmlos. Die Probleme sind u.a. dass es eine extreme Verklumpung des Blutes zu verursachen scheint, wie die Lungenbläschen zugerichtet werden und dass es so viele Fälle gibt, die keine Symptome zeigen. Auf diese Art wird es sehr schnell und sehr unsichtbar verbreitet, ohne dass man es wirklich mitbekommt.

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  5. In jeglichen Foren und Kommentarfunktionen geht es – so mein Eindruck – in erster Linie nur noch darum, mit aller Vehemenz seine natürlich einzig richtige Meinung durchzudrücken oder besser: verbal durchzuprügeln. Und dabei ist es völlig wurscht, ob es um Corona geht oder um irgendetwas Anderes. Angst (ähnlich wie Wut) ist ein schlechter Ratgeber und Begleiter – Sorge hingegen kann auch die Sinne schärfen. Das aber wird allzu häufig vergessen im Eifer um die Meinungshoheit. Denn es gilt ja auch noch nebenbei, Leute mit anderer Ansicht zu diffamieren oder in irgendwelche Ecken zu stellen.

    Generell scheint der gute Ton allmählich abhanden zu kommen, das fällt mir in der fünften (oder sechsten?) Corona- Woche auf.

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    • Danke dir. Die Nerven liegen bei vielen Menschen blank, gleichzeitig stellen immer mehr Menschen die Frage nach der Verhältnismäßigkeit der bisherigen rigorosen Maßnahmen. Da prallen nun Welten aufeinander. Die „Wahrheit“ liegt, wie so oft, vermutlich in der Mitte

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      • Auf Corona etc. bezogen, sicherlich. Die Frage mit der Verhältnismäßigkeit stelle ich mir seit Beginn. Aber stelle doch mal etwas in Frage, da kriegst Du gleich die volle Ladung Shitstorm ab.
        Und das meine ich halt auch jenseits der C- Debatte. Es geht so vielen nur noch reflexartig ums Pöbeln und darum, Andere in eine Ecke zu stellen.
        Kollege von mir hat mal einen Kommentar zu irgendeinem Sportthema abgelassen. 70 Reaktionen bei FB, nur 2 (!) befaßten sich inhaltlich mit dem Kommentar. Leider kein Einzelfall.

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        • Diese Fragen sind jetzt nicht an dich konkret, sondern an uns alle gerichtet:

          Wie schaut die Diskussion im realen Leben aus? Trauen sich dort auch alle zu Wort? Schweigt die besonnene Masse? Wer tobt sich aus welchen Gründen auf diesen Plattformen aus?
          Welche Motive verbergen sich hinter den Pöbeleien?

          Ich bin mein Leben lang bemüht, mich nicht allein einer Gruppierung zuzuordnen, um immer über den eigenen Tellerrand zu schauen und zu verstehen, was andere Menschen motiviert, zu denken, was sie denken und zu tun, was sie tun. Für mich ist das der einzige gangbare Weg, eine Haltung/eine Meinung zu den Themen zu entwickeln, die uns alle betreffen. Es gibt für mich nicht ein einziges Richtig oder Falsch. Die Wahrheit, so es sie denn überhaupt gibt, liegt meist irgendwo in der Mitte und hat auch immer einen Preis zulasten eines anderen Themas, eines oder vieler anderer Menschen

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  6. Meine Mutter ist 85 und geht auch mit meinem Bruder gemeinsam einkaufen. Einsperren lässt sie sich nicht.
    Wir binden sie nicht an, auch wenn wir den beiden alles mitbringen würden. Mein Bruder ist auch nicht der gesündeste. Irgendwo müssen die Leute auch noch selbst entscheiden dürfen ….

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  7. Was uns als Gesellschaft sorgt, ist wohl die Größe dieser „Krise“. Man spürt es allenthalben an den vielen Meinungen, die kontrovers sind und vielerorts zu teils heftigen Diskussionen führen.
    Aber so ist es, wenn etwas „zum ersten Mal“ geschieht, es noch keine Blaupause gibt, und der Weg auch durch „Versuch und Irrtum“ zu gehen ist.
    Was wir in Krisen (auch) brauchen ist ausreichend Erklärung für das, was eingeleitet, unternommen und durchgeführt wird. Ausreichende Kommunikation in der Krise: sie muss erläutern, plausibel machen, erklären, Ängste und Sorgen aufgreifen und artikulieren.
    Hier zeigt sich auch ein Schwäche des Netzes: Oft (zu) viel Meinung, gepaart mit zu wenig Wissen. Zurückhaltung und ein moderater Tonfall, Verständnis und Akzeptanz müssen daher wohl genauso oft kommuniziert werden.
    Liebe Grüße (ohne Angst und dennoch in Sorge)
    Werner

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    • danke, lieber Werner. Kommunikation mit der entsprechend notwendigen Transparenz, da bin ich ganz bei dir, ist oft die Wurzel vieler Probleme. Mein Vorschlag: Kommunikation als eigenes Schulfach, gerne ab Grundschule, auch wenn es dann zuhause bei vielen Familien sicher erst mal ungemütlich wird, weil die Eltern häufig ebenfalls nicht über die nötige Kommunikations-Kompetenz verfügen ;-) Liebe Grüße, Annette

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  8. Kennst du noch den Film „Angst essen Seele auf“ ?
    Ein anderes Thema, aber Angst ist schrecklich.
    Jeder muss seinen Weg finden jetzt.
    Ich schicke dir liebe Grüße.
    Dass du gesund bleiben sollst ist IMMER mein Wunsch,
    nicht nur in Zeiten von Corona.

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  9. Liebe Annette,
    bisher habe ich mich auch aus dieser Diskussion herausgehalten. Was ich aber jetzt dazu beitragen moechte, ist nicht mein Gedankengut. Ich wuerde jedem, welcher Meinung auch immer er/sie ist, die Worte des Bundestagspraesidenten hierzu empfehlen.
    Ich zitiere ein paar Worte, die ich im Portal von GMX gefunden habe:
    „Wenn ich höre, alles andere habe vor dem Schutz von Leben zurückzutreten, dann muss ich sagen: Das ist in dieser Absolutheit nicht richtig“, sagte Schäuble dem „Tagesspiegel“. Wenn es überhaupt einen absoluten Wert in unserem Grundgesetz gäbe, dann ist das die Würde des Menschen. „Aber sie schließt nicht aus, dass wir sterben müssen“.
    Liebe Gruesse, und bleib‘ gesund,
    Pit

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  10. Ich damit aufgewachsen, dass jeder Mensch zwei Leben hat. Wenn wir realisieren, dass wir nur eins haben, fängt das zweite an.
    Meine Freunde in Montreal hatten „Carola“ (wie mein Enkel so schön sagt) . Alle 30 Schauspieler am Laientheater waren krank und sind alle wieder gesund! Das gibt es auch.
    Mein Vater ist mit 85 Jahren im Krankenhaus gestorben, nachdem man ihm gesagt hatte, dass er das Krankenhaus nur im Rollstuhl verlässt. Für ihn war klar, dass die Zeit gekommen ist und das Leben sein Ende gefunden hatte. Mein Vater, ein Bewegungsmensch, hat gesagt, wer sein Leben lebt wie er möchte, kann jederzeit gehen. Das ist wie bei einem Theaterstück, so gut wie möglich gespielt, nicht so lange wie möglich. Mein Vater ist am nächsten Tag gestorben. Meine Mutter kam leider in ein Altenheim und ist ein halbes Jahr später mit 81 Jahre an den Folgen einer Grippe gestorben. Sie wollte auf keinen Fall in ein Krankenhaus . Gerade jetzt kann ich meine Eltern in Gedanken hören, “ Wer sagt eigentlich, dass der Tod schrecklich ist, das unnötige am Leben erhalten ist schrecklich. Es gibt zu viele Menschen auf der Erde, geboren und gestorben wird immer. Ich bin dankbar über meine Erziehung und freue mich über meinen Lebensweg, der irgendwann in Kanada, Deutschland oder sonst wo endet.
    Wir nehmen „Carola“ ernst, aber es darf auch nicht übermächtig werden. Was sind 200.000 oder 600.000 Tote bei einer Weltbevölkerung von 7.6 Milliarden. Das sind 2.6 Millarden mehr als vor 30 Jahren . Der Planet Erde ist völlig überbevölkert, weil zu wenig Menschen sterben.
    Ich lebe auf einem indianischen Reservat in der Nähe von Quebec City. Da ticken die Uhren eh anders, bei vielen jedenfalls.
    C’est ça mes amies, mes amis

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  11. Ich habe mich auch ganz bewusst heraus gehalten aus dieser Diskussion

    Mir fällt halt auf, wie … ja schon wütend, aggressiv, manche Menschen ihre Ansicht vertreten …
    Da krieg ich dann Angst 😉

    Sonst so … nee … sterben kann man nicht verhindern.
    Trotzdem tu ich , was ich kann, damit mein Papa nicht allein, ungeben von Raumfahrt Gestalten sterben und ohne Feier beigesetzt werden muss, denn das ist das, wovor er Angst hat
    Und damit bin ich doch schon in der Realität angekommen :
    Ich finde MEINE Haltung und verhalte mich entsprechend.
    So einfach ist das

    Lieben Gruß 🎭😁🥳

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  12. kannst du mir mal den Gefallen tun und nachschauen, ob du mein like hier unter deinem Post sehen kannst?
    ich scheine nämlich ein technisches Problem zu haben und kann es selbst nicht sehen, wenn ich like drücke
    die Frage ist, ob meine Likes nun ganz unsichtbar sind oder was ich sonst verkehrt gemacht habe

    Gefällt 2 Personen

  13. Die Grenzen der irdischen Existenz… Theoretisch müssten wir alle längst in ein dem Geist freundlicher gesinntes Neubau-Paralleluniversum verfrachtet werden, weil die materielle Rechnung wird auch in Zukunft nicht aufgehen. Leider ! :)

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  14. Für meinen dito 86-jährigen Vater mit reichlich Vorerkrankungen wäre ein erneuter Krankenhausaufenthalt mit damit verbundener Isolation der sichere Tod. Mit oder an Corona. Er wird uns in absehbarer Zeit voraus gehen, so oder so.

    L.G.

    Gefällt 4 Personen

  15. Es ist ein Thema, das die Gemüter umtreibt – auch mich. Unter einem Post, der sich darum drehte, das Virus als Politikum und Hype zu entlarven, standen mehr als hundert Kommentare. Dann las ich von einer Frau, deren Freundin als Krankenschwester arbeitete und die gerade an Corona verstorben war. Sie hinterlässt zwei kleine Kinder. Die Freundin reagierte sehr heftig auf die Maskengegner und auf die „Kleine-Grippe-Fraktionsanhänger“.
    In meiner Kleinstadt hier leben besonders viele ältere Menschen. Auch meine Eltern sind beide über Achtzig, meine Mutter hat noch siebzig Prozent Lungenvolumen, sie leidet unter C.O.P.D.
    Niemals könnte ich gut damit umgehen, wenn sie stürbe, weil ich nicht vorsichtig genug war. Weder bin ich Virologin noch Expertin…ich habe nur dieses vielen Widersprüchlichen Meinungen in den Medien und versuche in diesem Dschungel einen gangbaren Weg zu finden. Als Mensch mit Angststörung schimpfe ich mich inzwischen als Expertin für Angst. Und Angst kippt in Gewalt, wenn sie beginnt, die Steuerung über den Kopf zu übernehmen.
    Eine Diskussion mit vielen Argumenten kann verbinden, wägt Ansichten ab, gibt zu bedenken, klärt auf, doch sie ist das Allerwichtigsten in der Krise: Aufeinanderzugehen und Gespräch suchen. Sie ist das verbindende Element, wenn die Angst eine gemeinsame Ursache hat.
    Eine Maske habe ich bereits und trage sie. Nicht wegen mir, meiner Angst, sondern für andere, wegen ihrer Angst und gegen ein Risiko, das ich als Nicht-Medizinerin unmöglich einschätzen kann.
    Eine Freundin hatte mehrere Nasen-OP‘s. Sie hat Probleme, hinter dem Stoff oder Vlies gut zu atmen und ich kann verstehen, dass es ihr vor der Maske graut.
    Was für eine Lösung könnte es für solche Menschen geben…?
    Die soziale Isolation für ältere oder kranke Menschen, der Verzicht auf Nähe zur Familie, Ältere, die unbegleitet auf Stationen an Corona sterben müssen, häusliche Gewalt, die Krise in der Wirtschaft, das alles und noch viel mehr, sind Themen, die mich beschäftigen. Zuversicht verströmen und auf Gemeinschaft zu setzen, fällt grad schwer, doch ist es der einzig richtige Weg für mich, weil er differenziert vorgehen will. Weder hü noch hott, nicht schwarz oder weiß, sondern langsam, Frage für Antwort, Bitte für Danke und möglichst mit respektierlichem Abstand. Works…:-)
    Bitte bleibt gesund,
    Liebe Grüße,
    Amélie

    Gefällt 10 Personen

  16. Ich habe gerade das Interview gelesen. Ich kann Helga Witt-Kronshage gut verstehen. Es stimmt wie sie sagt, dass in vielen westlichen Ländern der Tod als das Schlimmste angesehen wird, was einem passieren kann. Das st ein ungesundes Verhältnis zum Tod. Ich habe das irgendwo mal erwähnt, dass ich mitbekommen habe, wie eine alte Frau im Krankenhaus dazu gezwungen wurde zu essen, obwohl man ihr ansehen konnte, dass sie eigentlich nur noch einschlafen wollte. Man hätte sie sonst zwangsernährt. Das geht zu weit, das ist ein Übergriff, und so empfindet Helga ja auch das Eingesperrtsein.

    Das Einzige, was mich bei solchen Diskussionen wurmt ist, dass es Leute gibt, die ihre eigene Meinung als die einzig richtige ansehen und Andersdenkende mit abwertenden Bezeichnungen versehen. Die Dinge sind nicht nur schwarz und weiss. So funktioniert das Leben nicht.

    Gefällt 10 Personen

  17. Ich bin nach der gestrigen Diskussion, die zu lesen ich irgendwann abgebrochen habe, nicht mehr zum Kommentieren gekommen.
    Ich persönlich finde, es geht schon lange nur noch um Eines: Um den Furor der Moral.
    Es ist erschreckend, mit welcher Macht und Vorstellung der moralischen Pefekrion die Keule auf alle anderen herunterfällt, die allein die Frage aufbringen, ob Maßnahmen zweckmäßig sind oder verfassungskonform.
    Die Fragestellung allein reicht.
    Und das ist für mich die Quelle aufkeimenden sozialen Unfriedens.
    So wie vor zwei Monaten asiatisch aussehende Menschen rassistisch angepöbelt wurden, werden jetzt Menschen im Netz angepöbelt (vielleicht etwas subtiler), die diverse coronabedingte Beschränkungen der Grundsätze hinterfragen.
    Von Menschen, die Ausgangsbeschränkungen und Kontaktverbote, Sperrungen von Spielplätzen, Parkanlagen etc. zunehmend ignorieren, einmal angesehen. Die trifft die Moralkeule in den sozialen Netzwerken mit voller Wucht.

    Gefällt 9 Personen

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