„Kein Willze, Kannze, Musse“

Schachthauerkind – eine Geschichte aus dem Revier

„Einer Versuchung habe ich erfolgreich widerstanden, nämlich der Verwendung von Brachialhumor und Ruhrpottslang. Also kein Willze, Kannze, Musse, kein Hömma, Sachta, Tuma, Kumma, kein woanders is auch scheiße. Dennoch geht es kurzweilig und amüsant zu, das kann ich versprechen“.

„Der Bergmann ist seit je her quasi der Prototyp des proletarischen Arbeiters, der durch Verausgabung seiner Muskelkraft und seiner gesamten Physis der unberechenbaren Natur, dem dunklen Erdreich sichtbar materielle Schätze abringt – das schwarze Gold nämlich. Ähnlich mythische Bedeutung hat vielleicht nur noch
der Stahlwerker, der im Angesicht glühenden Feuers Tag und Nacht rabottet. Geschicklichkeit, Kraft und Zähigkeit schlagen im Verbund mit Arbeitersolidarität den Elementen ein Schnippchen! In der Zeit vereinsamter Clickworker, digitalen Nomadentums und durch die Straßen hastender Paketboten ist die Sehnsucht
nach ortsgebundener, erschaffender, physisch erkennbarer (eben „ehrlicher“) Arbeit mehr als verständlich – das Verschwinden des Bergmanns mitsamt seinem Habitat, der Zechenkolonie, muss allein aus diesem Grund schon abgrundtief traurig stimmen“.

Auszüge aus dem Vorwort „Schachthauerkind“ von Christine Lindemann
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Ende offen

„Als ich selbst bin ich am besten“

Straßenmusik, Foto: privat

Wie so oft bei den Ruhrköpfen läuft mir irgendwo ein Mensch über den Weg. Meist geht es dann ganz schnell: Ich wittere eine Geschichte, die ich euch unbedingt erzählen möchte. So passierte es auch mit Singer/Songwriter Olli Heinze.

Nach einem kurzen Austausch melde ich mich für einen seiner Workshops an. Als Olli mir zeitnah mitteilt, dass der Termin verlegt werden muss, fügt er noch hinzu:

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„Nicht ob, sondern wie“

Die beiden, die Hunde, die Schafe und der Wald

An einem der ersten frostigen, sonnigen Herbsttage besuche ich Ariane und Frank. Wir sitzen im Warmen mit Blick auf Wiese und Wald, der frisch gebrühte Kaffee in meiner Tasse duftet. Von der Wiese unmittelbar hinter der Terrasse beäugt uns neugierig eine kleine Herde Schafe.

Ihrer Aufmerksamkeit entgeht nichts, Foto: Lena Hültenschmidt

Die beiden gebürtigen Dortmunder lebten schon in den verschiedensten Stadtteilen. Dortmunder Norden, Westpark, Hörde und Schnee bleiben mir aus dem Gespräch in Erinnerung – eine bunte Mischung. Ariane verbrachte ihre Kindheit in der fußläufigen Umgebung  des jetzigen Zuhauses und träumte seither davon, später wieder hier zu leben.
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Teilen aus Überzeugung

Den Beitrag über Markus veröffentlichte ich hier in meinem ersten Jahr als Bloggerin. Einige von euch kennen ihn und seinen Blog sicher schon. Die „Ruhrköpfe“ sind seit 2014 sehr gewachsen, daher hier noch mal der Beitrag über einen Mann, der weiterhin seinen Traum in die Tat umsetzt.

Ich wünsche euch einen schönen Sommer und eine angenehme Zeit. Bis demnächst, Annette

Teilen aus Überzeugung – ein Mann lebt seinen Traum

Ein altes Sprichwort besagt „Geteiltes Leid ist halbes Leid“ oder umgekehrt „Geteiltes Glück ist doppeltes Glück“. Wissenschaftler glauben, dass die Fähigkeit, Emotionen anderer Menschen nachzufühlen, in den Genen und im Gehirn steckt. Später prägen die Umgebung, in der wir aufwachsen und Vorbilder unser Empathievermögen.

Bochum. Seine Kindheit und Jugend verbringt der Bochumer Markus Wehrstedt mit seinen Eltern und vier Geschwistern in Waldeck am Edersee. Nach dem Abitur möchte er studieren:

Markus Wehrstedt (Mitte) mit seinen Geschwistern Angelika und Michael, Foto: privat

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Auch das ist #Dortmund

Gelände des ehemaligen Stahlwerks #Phoenix-West

Nicht ganz so bekannt wie der #Phoenixsee, dafür bei  den Dortmundern sehr beliebt und inzwischen weit mehr als nur ein wachsender Standort für viele Firmen:  Laufstrecke, Gassirunde,  Lenkdrachen-Treff, Trainingsrunde für (Renn-)RadfahrerInnen, Ausflugsziel, Liegewiese, Tuning-Treff, Motorradtreff.  Das geht hier alles ziemlich unproblematisch nebeneinander, weil trotz ständiger Neubebauung genug Freiflächen für alle bleiben.  Und seit kurzem gibt es auch einen kleinen Biergarten.

Blick vom Kiefernhain auf das Gelände des ehemaligen Stahlwerks Phoenix West und auf den alten Hoesch-Gasometer, Foto: Annette Mertens

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„Ich habe immer versucht, das zu tun, was mir Spaß macht. Nur dann bin ich richtig gut“

Das Portrait über Ralf habe ich bereits Oktober 2014 veröffentlicht, in meinem ersten Jahr als Bloggerin. Falls ihr es noch nicht kennt, schaut doch mal vorbei:

Eine Mischung aus Handwerk und Intellekt

über Eine deutsch-französische Freundschaft – die Verbindung des Angenehmen mit dem Nützlichen

Mit dem Fahrrad durch Paris, Foto: Ralf Petersen

„Irgendwie geht es ja doch immer weiter“

Handwerk und Psychologie – eine ungewöhnliche Kombination

Janine Herden mit Hündin Tinchen, Foto: privat

Vor einigen Wochen lese ich in Maikes Blog „Flowers and candies“  ein Interview mit Janine Herden. Das Portrait dieser Frau würde gut in die Ruhrköpfe passen. Einige Tage später treffe ich Maike zufällig und erzähle ihr davon. Angenehm unkompliziert, wie sie so ist (ihr findet mein Portrait über Maike hier: https://ruhrkoepfe.wordpress.com/2014/07/14/erlebe-meine-stadt-eine-liebeserklarung/), gibt sie mir Janines Kontaktdaten und einige Wochen später treffe ich die Bochumerin im Dortmunder Kreuzviertel: Auf den ersten Blick schon sehr sympathisch, denn zum Interview bringt sie ihre Hündin „Tinchen“ mit. Weiterlesen

Ein starker Wille lässt Träume wahr werden

Ein starker Wille lässt Träume wahr werden

Daniela Sprung, Foto: Anke Sundermeier

Danielas Portrait habe ich hier bereits im Februar 2015 veröffentlicht. Seither ist viel passiert. Einige von euch kennen sie vielleicht schon. Falls nicht, schaut doch mal bei ihr vorbei. Bei der Fülle der Informationen, die es bei ihr gibt, ist für alle, die sich mit Social Media und Blogs beschäftigen, etwas dabei:

Immer auf Zack – Willkommen in der Welt einer Profi-Bloggerin

So schließt sich der Kreis

Made in #Dortmund – So schließt sich der Kreis

Ihr kennt mich bisher vor allem als Bloggerin und Gründerin der „Ruhrköpfe“.  Bei diesem Portrait stelle ich mich euch näher vor, das ist auch für mich ein bisschen aufregend:

Von der Idee, die Schule bis zum Abitur zu besuchen, war ich damals erst mal bedient

Kurz vor Beginn meiner ersten Ausbildung, Foto: privat

So entschließe ich mich als handwerklich begabte, sportbegeisterte und vielseitig interessierte junge Frau zunächst gegen das Abitur und für eine Berufsausbildung. Welchen Beruf ich ergreifen soll, weiß ich damals nicht: Grafikerin und Technische Zeichnerin sind gerade sehr angesagt und total überlaufen. Goldschmiedin vielleicht. Doch da sehen die Berufsaussichten auch nicht rosig aus. Oder etwas im klassischen Handwerk, es gibt leider zu diesem Zeitpunkt noch nicht so viele Ausbildungsbetriebe, die gewillt und in der Lage sind, Mädchen auszubilden. Weiterlesen

„Vertrauen ist die Eintrittskarte“

„Vertrauen ist die Eintrittskarte“

über „Ich wusste nicht, was ich werden sollte.“

„Ich wusste nicht, was ich werden sollte.“ Mit diesen Worten beginnt das Interview mit der Dortmunderin Susanne Rodens: „Ich hörte auf meine Eltern und absolvierte in einem Lohnsteuerberatungsverein die Ausbildung zur Bürokauffrau. Die Arbeit machte Spaß. Doch das Verhältnis zu meiner Chefin gestaltete sich schwierig. Jede Menge schlecht bezahlte Überstunden und Beleidigungen seitens der Ausbilderin … „Ich wusste nicht, was ich werden sollte.“ weiterlesen