Auch das ist Dortmund: Der Südwestfriedhof

„Nichts ist schlimmer als ein Verlust, den du ohne Widerworte einfach hinnehmen musst!“ – Verfasser*in unbekannt

Gefunden habe ich dieses Zitat auf dem Südwestfriedhof, nachdem einige Bäume in unmittelbarer Umgebung des Schildes gefällt wurden:

Südwestfriedhof Dortmund, Foto: Annette Mertens

Der Südwestfriedhof wurde 1893 eröffnet und hat jede Menge alten Baumbestand, unter anderem die Platanenallee mit 60 Bäumen, die zum „Verzeichnis der Naturdenkmale in Dortmund“ zählt.

Der Friedhof gehört mit seinen vielen alten Bäumen, unzähligen Rhododendronbüschen, plüschigen Eichhörnchen, kreisenden Greifvögeln, neugierigen Rotkehlchen, aufgeweckten Meisen, flinken Zaunkönigen, klopfenden Grün- und Buntspechten, lautlausen Kaninchen, stolzen Krähen, friedvollen Tauben, krächzigen Eichelhähern, immer gut gekleideten Elstern und vielen anderen Kleintieren zu meinen Lieblingsorten in Dortmund. Und wer sich für Stadtgeschichte interessiert, bekommt mit den zum Teil noch gut erhaltenen sehr alten Grabstätten, einem Mausoleum von 1926 und der Kriegsgräberstätte einen kleinen Einblick in vergangene Zeiten. Eine friedliche Oase in unmittelbarer Umgebung der immer rauschenden B1/A40, des Kreuzviertels und in Hörweite zum lauten Getöse bei Heimspielen des BVB und den Events/Konzerten in und um die Westfalenhalle

Besonders gefällt mir ein Zitat, das dem früheren Borussia Dortmund-Präsidenten Gerd Niebaum, zugeschrieben wird und mir bei Wikipedia vor die Füße fiel:

„Die ganzen unverzichtbaren Leute liegen auf dem Südwest-Friedhof von Dortmund oder in jeder anderen Stadt. Und plötzlich geht die Welt doch weiter“.

Weitere Infos unter https://de.wikipedia.org/wiki/S%C3%BCdwestfriedhof_Dortmund oder

Frisch gefällter Baumkreis, Foto: Annette Mertens

Glück?

Auch das ist #Dortmund – Südwestfriedhof

46 Gedanken zu “Auch das ist #Dortmund – Südwestfriedhof

  1. Persönlicher Kommentar: Das Thema Tod ist mir mehrmals begegnet. Zunächst ist es für mich nicht freiwillig gewesen. Später habe ich mir Zeit genommen und es wurde einfacher. Die Beschäftigung mit dem Ende des Lebens ist meines Erachtens sogar hilfreich, um einen tiefen Sinn im eigenen Leben zu finden. Aber auch wenn ich einen für mich Sinn gefunden habe, macht mir der drohende Tod von lieben Menschen Angst. Wenn ein Mensch gegangen ist, hilft manchmal Einsamkeit, manchmal Gemeinschaft…

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  2. Liebe Annette, einen solchen Parkfriedhof habe ich hier auch vor der Türe. Aber ich schaffe es körperlich nicht, dorthin zu gehen, obwohl ich früher sehr gerne dort gewesen bin. Dort liegen alle Körper, die ich nur noch in der Erinnerung sehen kann und deren Geister schon lange fort sind.
    Die gefällten Bäume würden mich traurig machen. So etwas tut mir immer weh.

    Vielen Dank für die schönen Bilder und liebe Grüße, Gisela

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  3. Der Waldfriedhof in Stuttgart ist ein wunderbarer Ort um zu sich zu kommen. Wenn ich in einer größeren Stadt bin, besuche ich, falls es zeitlich passt, immer den einen oder anderen Friedhof. Was die unverzichtbaren Leute betrifft: Sie werden nie erfahren, dass sie unverzichtbar sind und sich die Welt nach ihrem Tod einfach weiterdreht als wäre nichts gewesen…

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  4. Viele Jahre war es mir nicht möglich, mich auf Friedhöfen aufzuhalten. Ich habe sie immer nur mit den sterblichen Überresten von geliebten Menschen in Verbindung gebracht, an die ich mich lieber anders erinnert habe!
    Erst in den letzten Jahren bin ich mehr und mehr wieder dazu übergegangen, Friedhöfe als Natur- und auch Kulturstätten wieder zu besuchen – und wahrlich gibt es dazu auch in meiner Umgebung Schönes und auch so manch Tiefsinniges (Grabinschriften, Gedichte) zu bewundern. Als ein riesiges Areal, auf dem sich nicht nur unzählige Ehrengräber befinden, sondern sich auch ein toller, ruhiger Lebensraum für viele Tiere anbietet, habe ich inzwischen den Wiener Zentralfriedhof zu schätzen gelernt.

    Wenn Bäume gefällt werden (müssen), dann bedaure ich das auch immer sehr – und gerade heute bin ich einem Stück Eichenstamm begegnet, der tatsächlich als 4.000jährig ausgewiesen wurde! Unfassbar, ich war fasziniert! Dieses Stück hat tatsächlich sehr „gegenwärtig“ auf mich gewirkt – und doch konnte es schon so viele unvorstellbare Jahre erhalten bleiben!

    Ein schöner Rundgang, den Du hier beschrieben hast, das schätze ich!

    Liebe Grüße aus Österreich! C Stern

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    • Danke dir. Wow, eine 4000jährige Eiche, beeindruckend! Etwas ganz Besonderes! So alt sind sie hier leider nicht, doch zumindest haben sie schon eine gewisse Größe erreicht und bieten Mensch und Tier eine Oase der Ruhe mitten im Gewusel der Stadt. Herzliche Grüße nach Österreich, Annette

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  5. Hat dies auf Totenhemd-Blog rebloggt und kommentierte:

    Annette und ich begegnen uns immer wieder in unseren Blogs. Das ist schön. Sie war auf dem Südwestfriedhof in Dortmund unterwegs und hat nicht nur bemerkenswerte Zitate gefunden . Lest selbst. Ich freue mich drüber.

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  6. Liebe Annette, grüß Dich, ach wie schön. Ein Friedhofsspaziergang auf dem Dortmunder Südwestfriedhof. Danke für die bemerkenswerten Zitate, die zum Nachdenken anregen und deine Fotos. Und dann der Grabstein mit nur einem Wort: Glück. Jetzt könnten wir eine Geschichte dazu schreiben, so dass der Stein und das Wort eine Bedeutung bekommen.

    Ich werde deinen Artikel bei uns im Totenhemd-Blog rebloggen.
    Schönen Sonntagabend noch. Herzlich. Petra
    Hast gesehen, wir gehen am 18.9. am Tag des Friedhofs auf den Frankfurter Friedhof Westhausen.

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  7. Liebe Annette, danke Dir für den poetischen Text und die stimmungsvollen Bilder. Wir gehen auch oft zum Friedhof, noch mehr, seit mein geliebter Sohn dort beerdigt ist. Friedhöfe sind stumme Orte der Trauer, aber auch Zeugen des blühenden Lebens, wie Du es so schön zeigst. Ja, die Welt geht doch weiter… Liebe Grüsse, Elisa

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  8. Da der Spruch auf einem Friedhof gefunden wurde, meint er womöglich etwas Bestimmtes. Paßt aber auch in andere Situationen.
    Allerdings – auch hier der Friedhof ein Anreger – fällt mir dazu jenes alte Gebet ein, das sinngemäß heißt, man möge die Kraft verliehen bekommen, zu erkennen, was falsch und richtig ist, zu ändern, was falsch ist und wozu man die Kraft hat und hinzunehmen, wozu man eben die Kräfte nicht hat. ((Etwa, nur Beispiele, vollkommen hirn- und auch sonst rissige Laufzeitverlängerung von heimtückischen Strahlentötungseinrichtungen. Oder die begeisterte Massenproduktion von Waffen allgemein.)

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  9. Ich kenne deinen nicht, aber vom Ohlsdorfer Friedhof kann man gar nicht aufhören zu schwärmen, da ist jeder Superlativ gerechtfertigt …
    Ich mag das Eingangszitat sehr, es ist mir sehr nahe …
    Herzliche Nachmittagskaffeegrüße 🌞🌳☕🍪🌼👍

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